WTH is TFP?

09 Mai 2018 Mascha Foto n Design In News, Tipps

Jap…mhm…was? Um mal etwas Verwirrung aus dieser Kürzel-Überschrift zu nehmen, schreiben wir die Abkürzungen mal aus:

WHAT THE HELL IS TIME FOR PICTURES?

Okay, für alle Englisch-Muffel: Was zum Teufel bedeutet “Zeit für Bilder”?

 

Was bedeutet TFP?

TFP bedeutet also nichts anderes als, dass der aufzubringende Zeitaufwand mit Bildern bezahlt wird. Das Model, der Fotograf und die Visagistin bekommen also als Entlohnung die Bilder aus dem Shooting und keine Moneten für die Arbeit. TFP Shootings werden meistens zur Portfolioerweiterung, als Testshooting oder für Übungszwecke vereinbart. Das Model kann ihre Sedcard erweitern, der Fotograf seine Referenzen und die Visagistin kann ebenfalls ihre Arbeit auf professionelle Weise präsentieren. WIN-WIN oder?

 

Leveln durch TFP Shootings

Ein TFP Shooting kann also für alle Beteiligten einen Nutzen haben. Vor allem jene die noch am Anfang ihrer Karriere oder ihres Hobbys stehen, können so ihr Portfolio aufbauen. So wirst du als Fotograf, Model oder Visagistin immer besser, kannst üben, verschiedene Techniken ausprobieren und dich “hoch Leveln”. Unerfahrene Fotografen werden wahrscheinlich mehr Glück haben, eine Zusage von einem ebenso unerfahrenen Model zu bekommen als schon von einem professionellen Model. Das Model entscheidet ja ebenso nach dem Portfolio eines Fotografen und je erfahrener das Model ist, desto kritischer wird es mit der Auswahl ihres TFP Partners werden. Es soll sich ja für alle Seiten auszahlen. Wenn der Fotograf ein gewisses Level erreicht hat, kann er auch immer professionellere Models für sich gewinnen.

 

Worauf sollte man achten beim TFP Shooting?

Zu aller erst sollte man darauf achten, dass einem das Gegenüber gefällt. Als Model sollte man darauf achten, dass einem das Portfolio des Fotografen gefällt – als Fotograf sollte man darauf achten, dass einem das Model gefällt – sonst werden beide Parteien während und nach dem Shooting unglücklich sein. Und das wollen wir ja nicht. Wenn wir unseren potenziellen Shooting Partner anfragen, sollten wir daher auch immer unser Portfolio mitsenden – “wenn dir meine Bilder gefallen, freue ich mich von dir zu hören”

 

Als nächstes sollte man eine Idee für das Shooting haben. Möchte ich authentische Bilder im freien machen? Möchte ich Portraits im Studio üben? Möchte ich eine kreative Idee für mein Portfolio shooten? Was will ich? Am besten fragt man seinen Shooting Partner direkt mit seiner Idee an! So erhält man auch mehr zusagen für ein TFP Shooting! Wenn der Shooting Partner die Idee gut findet, wird er eher deine Anfrage annehmen.

 

Wer sind die Beteiligten? Brauche ich für das Shooting eine Visagistin, Stylistin oder Modedesignerin? Oder brauche ich vielleicht für meine Shooting-Idee von einem Blumenladen paar Blumen? Nur Mut – auch die können von deinem TFP Shooting profitieren! Umso mehr Infos du zu dem Shooting hast, umso mehr zusagen wirst du auch bekommen. Frage also z.B. den Blumenladen folgender Maßen an: “Das Shooting wird stattfinden am…, ich werde von Ihnen benötigen…, Model wird sein…, Visagistin wird sein…, die Idee ist…, Fotos zur Vorstellung anbei…, meine Referenzen finden Sie hier…, Sie können die Fotos auch verwenden für…, ich nenne Ihre Marke bei jeder Veröffentlichung” Ein Konzept für das Shooting zu haben ist und wirkt einfach professionell!

 

Ganz wichtig bei einem TFP Shooting ist die Namensnennung! Das Shooting kann somit auch deinen Bekanntheitsgrad steigern. Postet ein Model dein Bild, wird es hoffentlich von Ihren Freunden, Bekannten und Fans gefeiert – steht dein Name nun aber nicht dabei, bringt dir das, außer deinem Stolz, herzlich wenig! Damit jeder weiß, bei wem man solche tollen Bilder bekommen kann, sollte also im Vorhinein festgelegt werden, dass alle Beteiligten bei der Veröffentlichung eines Bildes genannt werden müssen.

 

Solche Fakten sollten dann in einem TFP Vertrag festgelegt werden. Normalerweise wird dieser vom Fotografen aufgesetzt.

 

Was sollte im TFP Vertrag stehen?

In einem Vertrag sollte eigentlich ALLES stehen. Um nachträgliche und unnötige Diskussionen zu eliminieren, sollte keine Frage offenbleiben.

Checklist
  • Wer sind die Vertragspartner?
  • Wann findet das Shooting statt?
  • Wo findet das Shooting statt?
  • Welche Art von Bildern werden aufgenommen? Portraits, Akt,…
  • Wo dürfen die Bilder veröffentlich werden?
  • Wie lange dürfen die Bilder veröffentlicht werden?
  • Wer muss wann genannt werden?
    Ich verzichte zum Beispiel auf die Nennung, wenn ein Model das Bild auf die Sedcard drucken lassen möchte. Und nenne dafür das Model auch bei Eigenwerbungen (z.B. Flyer) nicht. Das sind Produkte bei denen ich eine Nennung unpassend und unschön fände.
  • Wird ein Wasserzeichen vom Fotografen auf den Bildern sein?
  • Wer muss wo verlinkt werden?
  • Von wem dürfen die Bilder verändert werden?
  • Ist ein Verkauf oder die Weitergabe an Dritte ausgeschlossen?
  • Wie und wie lange dürfen die Bilder aufbewahrt werden?
  • Was passiert, wenn einer der Beteiligten nachträglich die Veröffentlichung wiederruft?
  • Versichert der Fotograf dem Model die Persönlichkeitsrechte zu wahren?
  • Darf der Fotograf die Bilder auf jede Art verändern?
  • Werden die Bilder bearbeitet?
  • Wie bekommen die Beteiligten die Fotos?
  • Bekommen die Beteiligten alle Fotos oder nur die fertigen?
  • Wer wählt die Bilder aus?
  • Wer übernimmt aufkommende Kosten? (Studiomiete, Requisiten,…)
  • Welche Bezahlung wird gegeben? In diesem Falle erhalten alle Beteiligten als Honorar für die Tätigkeit und Übertragung der Verwertungsrechte keine monetäre Vergütung, sondern die entstandenen Aufnahmen.
  • Dürfen Making of Aufnahmen Veröffentlicht werden?
  • Dürfen die Bilder in YouTube Videos mit Monetarisierung bearbeitet werden?

Such dir am besten ein paar TFP Verträge, die du z.B. online finden kannst, raus und erkundige dich was die dort stehen haben, was dir in deinem Vertrag noch fehlt.

Der Vertrag sollte immer schon im Vorhinein an alle Beteiligten gesendet werden. Dadurch verhindert man Stress beim Shooting, die Beteiligten können sich den Vertrag in Ruhe durchlesen, der Fotograf kann noch Änderungswünsche entgegennehmen und falls einer der Beteiligten völlig mit dem Vertrag unzufrieden ist, kann er noch im Vorhinein aus dem Shooting aussteigen und der Fotograf hat genügend Zeit Ersatz zu finden.

Außerdem ist es, wenn man zu 100% sichergehen möchte, rechtlich notwendig einen Vertrag, am besten mit blauem Kugelschreiber, vor Ort oder bei einem Treffen vorab zu unterzeichnen. Eingescannte, abfotografierte oder gedruckte Unterschriften, könnten als gefälscht anerkannt werden. Also einfach für jeden Beteiligten einen eigenen Vertrag drucken und mitbringen.

 

Ich persönlich nutze TFP Shootings, um mein Portfolio zu erweitern, meine kreativen Ideen auszuüben, mich weiterzuentwickeln und neue Kontakte zu knüpfen!

 

So gibt es noch Fragen zu klären? Oder habe ich einen Punkt in meiner Checkliste vergessen? Schreib mir einfach in die Kommentare 😀

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